© Prof. Dr. Gudrun Faller
Prof. Dr. Gudrun Faller Kommunikation und Interventionen für Gesundheit

Gesundheit und Kommunikation

•	Zitatesammlung •	Kommunikation und Gesundheit •	Kommunikation und Gesundheitsdaten •	Gesundheitskommunikation und Arbeit

Kommunikation und Gesundheit

Kommunikation ist eine zentrale Basis der menschlichen Existenz. Sie bestimmt unser Zusammenleben, Lernen,

Arbeiten, Genießen und Spielen, unser Lebensgefühl und unsere Entwicklung. Neben den Sachbotschaften, die mit

Kommunikation transportiert werden, vermittelt Kommunikation Botschaften über die Beziehung zwischen den

beteiligten Menschen und Systemen, ebenso wie beabsichtigte und unbeabsichtigte Selbstaussagen

(Schultz von Thun 1981). Kommunikation ist eng mit Gesundheit verknüpft. Von gesundheitsrelevanter

Kommunikation sprechen wir, wenn sie sich (was fast immer der Fall ist) auf Gesundheit und Wohlbefinden

auswirkt. Und sie ist gesundheitsbezogen, wenn sie sich offen oder verdeckt auf Inhalte wie Gesundheit, Krankheit

oder das Gesundheitswesen bezieht (Hurrelmann / Baumann 2016). In konstruktivistischer Hinsicht leisten Art und

Inhalt des Sprechens über Gesundheit einen eigenständigen Beitrag zu ihrer Manifestation und dem

gesellschaftlichen Umgang damit.

Weil die Art und Weise, wie wir sprechen, so eng mit Gesundheit verknüpft ist und darüber hinaus, die

gesundheitsrelevante und die gesundheitsbezogene Kommunikation so relevante Einflüsse auf Gesundheit und

den individuellen und gesellschaftlichen Umgang damit haben, ist es für Gesundheitsprofessionen von zentraler

Bedeutung, sich dieser Zusammenhänge bewusst zu sein und einen verantwortlichen Umgang mit dem Thema

Gesundheitskommunikation zu pflegen.

Kommunikation und Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten sind nicht nur neutrale Aussagen und Zahlen. Durch die Art und Weise, wie sie dargestellt,

vermittelt und bewertet werden, gewinnen sie eine jeweils spezifische Bedeutung. Von wem, auf welcher

Grundlage, in welcher Sprache, mit welchen Medien, in welchem Kontext und an wen datenbasierte

Gesundheitsinformationen vermittelt werden, hat nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf die aus den Daten

abgeleiteten Maßnahmen, sondern gewinnt eine eigenständige Bedeutung bei der Konstruktion von Realität. Aus

der Sicht von Community Health sollen Gesundheitsdaten dort zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen, wo

Gesundheit entsteht und beeinflusst wird. Die Auseinandersetzung mit Fragen der Kommunikation von

Gesundheitsdaten ist damit ein zentraler Aspekt im Studiengang Gesundheit und Digitalisierung. Im Modul

„Gesundheitskommunikation und Moderation“ werden diese Aspekte reflektiert und praktische Strategien zu einer

bewussten Kommunikation von Gesundheitsdaten vermittelt.

Gesundheitskommunikation und Arbeit

Kommunikation im Betrieb ist die Basis des innerorganisationalen Zusammenarbeitens und in vielen Fällen

Bestandteil oder sogar Essenz der Betriebsergebnisse. Neben den Sachbotschaften, die mit betrieblicher

Kommunikation transportiert werden, kann sich vieles von dem, was im Betrieb an sozialem Austausch stattfindet,

auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Beschäftigten auswirken: das

Vorhandensein, das Fehlen oder die Qualität der Rückmeldungen von Vorgesetzen an Mitarbeitende, die Art der

zum Ausdruck gebrachten Wertschätzung oder Missachtung, der soziale Umgang innerhalb von Teams, aber auch

der betriebsübergreifende Informationsfluss und die Kommunikationskultur. In diesen Fällen spricht man von

gesundheitsrelevanter Kommunikation. Gesundheitsbezogene Kommunikation dagegen liegt dann vor, wenn

Gesundheit explizit zum Thema der innerbetrieblichen Interaktion gemacht wird – beispielsweise im Arbeitsschutz,

bei der Implementierung von Präventionsangeboten, der Umsetzung von Betrieblicher Gesundheitsförderung

oder Betrieblichem Wiedereingliederungsmanagement.

Eine professionelle und erfolgversprechende Umsetzung und Gestaltung dieser verschiedenen

Kommunikationsformen und –inhalte setzt die Berücksichtigung gesundheits- und

kommunikationswissenschaftlicher Standards voraus. Generell wichtig ist eine sorgfältige Auseinandersetzung mit

den Verläufen, Ergebnissen und unbeabsichtigten Wirkungen der jeweiligen Interventionen. Auf diese Weise lässt

sich vermeiden, dass wiederholt gleiche Fehler gemacht, unnötige Kosten aufgewendet werden und

Kommunikation ins Leere läuft.

Weitergehende Informationen: Faller G. (2017). Mehr als Marketing: Kommunikation und Gesundheit im Betrieb.

In: Faller G. (Hrsg.). Lehrbuch Betriebliche Gesundheitsförderung. 3. vollst. überarb. Aufl., Göttingen, Bern:

Hogrefe.

Zitatesammlung

Von allen Lebenskompetenzen, die uns zur Verfügung stehen, ist Kommunikation wohl die mächtigste

(Bret Morrison).

Die Art, wie wir mit anderen und uns selbst kommunizieren, bestimmt letztendlich die Qualität unseres Lebens

(Tony Robbins).

Indem wir kommunizieren, konstruieren wir die soziale Wirklichkeit, in der wir leben und mit der wir uns

auseinandersetzen (Peter L. Berger & Thomas Luckmann).

Fast alles, was wir sind, sind wir geworden durch soziales Lernen (Peter-Ernst Schnabel & Malte Bödeker).

Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Watzlawick, Janet H. Beavin & Don D. Jackson).

Auch wenn wir allein sind, kommunizieren wir nicht nur mit uns selbst, sondern mit dem „generalized other“

(George H. Mead).

Das wichtigste an Kommunikation ist, zu hören, was nicht gesagt wird (Peter Ferdinand Drucker).

Die beiden Wörter Information und Kommunikation werden oftmals synonym verwendet, aber sie bedeuten

vollkommen verschiedene Dinge. Information ist austeilen; Kommunikation ist durchdringen (Sydney J. Harris).

Wenn das Vertrauen hoch ist, ist Kommunikation einfach, schnell und effektiv (Stephen R. Covey).

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt (Ludwig Wittgenstein).

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Prof. Dr. Gudrun Faller Kommunikation und Interventionen für Gesundheit

Gesundheit und Kommunikation

•	Zitatesammlung •	Kommunikation und Gesundheit •	Kommunikation und Gesundheitsdaten •	Gesundheitskommunikation und Arbeit

Kommunikation und Gesundheit

Kommunikation ist eine zentrale Basis der menschlichen

Existenz. Sie bestimmt unser Zusammenleben, Lernen,

Arbeiten, Genießen und Spielen, unser Lebensgefühl und

unsere Entwicklung. Neben den Sachbotschaften, die mit

Kommunikation transportiert werden, vermittelt

Kommunikation Botschaften über die Beziehung zwischen

den beteiligten Menschen und Systemen, ebenso wie

beabsichtigte und unbeabsichtigte Selbstaussagen

(Schultz von Thun ...). Kommunikation ist eng mit

Gesundheit verknüpft. Von gesundheitsrelevanter

Kommunikation sprechen wir, wenn sie sich

(was fast immer der Fall ist) auf Gesundheit und

Wohlbefinden auswirkt. Und sie ist gesundheitsbezogen,

wenn sie sich offen oder verdeckt auf Inhalte wie

Gesundheit, Krankheit oder das Gesundheitswesen

bezieht (Hurrelmann / Baumann 2016).

In konstruktivistischer Hinsicht leisten Art und Inhalt

des Sprechens über Gesundheit einen eigenständigen

Beitrag zu ihrer Manifestation und dem gesellschaftlichen

Umgang damit.

Weil die Art und Weise, wie wir sprechen, so eng mit

Gesundheit verknüpft ist und darüber hinaus,

die gesundheitsrelevante und die gesundheitsbezogene

Kommunikation so relevante Einflüsse auf Gesundheit

und den individuellen und gesellschaftlichen Umgang

damit haben, ist es für Gesundheitsprofessionen von

zentraler Bedeutung, sich dieser Zusammenhänge

bewusst zu sein und einen verantwortlichen Umgang

mit dem Thema Gesundheitskommunikation zu pflegen.

Kommunikation und Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten sind nicht nur neutrale Aussagen und

Zahlen. Durch die Art und Weise, wie sie dargestellt,

vermittelt und bewertet werden, gewinnen sie eine jeweils

spezifische Bedeutung. Von wem, auf welcher Grundlage,

in welcher Sprache, mit welchen Medien, in welchem

Kontext und an wen datenbasierte

Gesundheitsinformationen vermittelt werden,

hat nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf die aus den

Daten abgeleiteten Maßnahmen, sondern gewinnt eine

eigenständige Bedeutung bei der Konstruktion von Realität.

Aus der Sicht von Community Health sollen

Gesundheitsdaten dort zu gesellschaftlichen

Veränderungen

beitragen, wo Gesundheit entsteht und beeinflusst wird.

Die Auseinandersetzung mit Fragen der Kommunikation

von Gesundheitsdaten ist damit ein zentraler Aspekt im

Studiengang Gesundheit und Digitalisierung. Im Modul

„Gesundheitskommunikation und Moderation“ werden

diese Aspekte reflektiert und praktische Strategien zu einer

bewussten Kommunikation von Gesundheitsdaten

vermittelt.

Gesundheitskommunikation und Arbeit

Kommunikation im Betrieb ist die Basis des

innerorganisationalen Zusammenarbeitens und in vielen

Fällen Bestandteil oder sogar Essenz der Betriebsergebnisse.

Neben den Sachbotschaften, die mit betrieblicher

Kommunikation transportiert werden, kann sich vieles von

dem, was im Betrieb an sozialem Austausch stattfindet, auf

das Wohlbefinden, die Gesundheit und das

Gesundheitsverhalten von Beschäftigten auswirken: das

Vorhandensein, das Fehlen oder die Qualität der

Rückmeldungen von Vorgesetzen an Mitarbeitende, die Art

der zum Ausdruck gebrachten Wertschätzung oder

Missachtung, der soziale Umgang innerhalb von Teams, aber

auch der betriebsübergreifende Informationsfluss und die

Kommunikationskultur. In diesen Fällen spricht man von

gesundheitsrelevanter Kommunikation.

Gesundheitsbezogene Kommunikation dagegen liegt dann

vor, wenn Gesundheit explizit zum Thema der

innerbetrieblichen Interaktion gemacht wird – beispielsweise

im Arbeitsschutz, bei der Implementierung von

Präventionsangeboten, der Umsetzung von Betrieblicher

Gesundheitsförderung oder Betrieblichem

Wiedereingliederungsmanagement.

Eine professionelle und erfolgversprechende Umsetzung

und Gestaltung dieser verschiedenen

Kommunikationsformen und –inhalte setzt die

Berücksichtigung gesundheits- und

kommunikationswissenschaftlicher Standards voraus.

Generell wichtig ist eine sorgfältige Auseinandersetzung mit

den Verläufen, Ergebnissen und unbeabsichtigten

Wirkungen der jeweiligen Interventionen. Auf diese Weise

lässt sich vermeiden, dass wiederholt gleiche Fehler

gemacht, unnötige Kosten aufgewendet werden und

Kommunikation ins Leere läuft.

Weitergehende Informationen: Faller G. (2017). Mehr als

Marketing: Kommunikation und Gesundheit im Betrieb. In:

Faller G. (Hrsg.). Lehrbuch Betriebliche

Gesundheitsförderung. 3. vollst. überarb. Aufl., Göttingen,

Bern: Hogrefe.

Zitatesammlung

Von allen Lebenskompetenzen, die uns zur Verfügung

stehen, ist Kommunikation wohl die mächtigste

(Bret Morrison).

Die Art, wie wir mit anderen und uns selbst

kommunizieren, bestimmt letztendlich die Qualität

unseres Lebens (Tony Robbins).

Indem wir kommunizieren, konstruieren wir die soziale

Wirklichkeit, in der wir leben und mit der wir uns

auseinandersetzen (Peter L. Berger & Thomas Luckmann).

Fast alles, was wir sind, sind wir geworden durch soziales

Lernen (Peter-Ernst Schnabel & Malte Bödeker).

Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Watzlawick,

Janet H. Beavin & Don D. Jackson).

Auch wenn wir allein sind, kommunizieren wir nicht nur

mit uns selbst, sondern mit dem „generalized other“

(George H. Mead).

Das wichtigste an Kommunikation ist, zu hören, was nicht

gesagt wird (Peter Ferdinand Drucker).

Die beiden Wörter Information und Kommunikation

werden oftmals synonym verwendet, aber sie bedeuten

vollkommen verschiedene Dinge. Information ist

austeilen; Kommunikation ist durchdringen (Sydney J.

Harris).

Wenn das Vertrauen hoch ist, ist Kommunikation einfach,

schnell und effektiv (Stephen R. Covey).

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen

meiner Welt (Ludwig Wittgenstein).